Wohnungseigentümergemeinschaft muss für sauberes Trinkwasser sorgen.

 

Eine Wohnungseigentümergemeinschaft mit 51 Wohneinheiten versorgt ihre Bewohner durch eine gemeinsame Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsanlage mit Trinkwasser. Ein dem Landratsamt übermittelter Prüfbericht eines chemischen Labors stellte in zwei Wohnungen der Wohnungseigentumsanlage Legionellen fest.

 

Die Trinkwassererwärmungs- und Trinkwasserleitungsanlage erfüllte nicht die Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Das Landratsamt ordnete mit Bescheid gegenüber der Wohnungseigentümergemeinschaft verschiedene Maßnahmen an.

 

WEG muss Trinkwasserverordnung einhalten

 

Die Angelegenheit landete vor dem Verwaltungsgerichtshof Bayern. Dieser entschied durch Beschluss vom 29.09.2014 Folgendes (Az.: 20 CS 14.1663):

 

1. Die Wohnungseigentümergemeinschaft kann die richtige Adressatin belastender Bescheide in Vollzug der Trinkwasserverordnung sein.

 

2. Versorgungsleitungen, die wesentliche Bestandteile des Gebäudes sind, stehen im Gemeinschaftseigentum. Die Wasserarmaturen in den Wohneinheiten unterfallen jedoch dem Sondereigentum.

 

3. Ein Wohnungseigentümer, der in seiner Wohnung Armaturen zur Wasserentnahme benutzt, welche nicht den allgemein anerkannten Regeln der Technik i.S.d. Trinkwasserversordnung entsprechen, gefährdet das Trinkwasser im Leitungssystem der Installationsanlage und verstößt gegen seine Pflichten gegenüber den anderen Eigentümern.

 

4. Die pauschale Anordnung, alle nicht zertifizierten Armaturen in den Wohneinheiten auszutauschen, ohne dass eine Prüfung im Einzelfall erfolgt, ob diese gesundheitlich bedenklich sind, ist nicht rechtmäßig. Auch nicht zertifizierte Wasserarmaturen können den Anforderungen der Trinkwasserverordnung genügen.

 

Da kann man nur sagen: Es gibt wohl kaum etwas Wichtigeres als sauberes Trinkwasser. Die Wohnungseigentümergemeinschaft kann durch einen Bescheid zu Sanierungsmaßnahmen herangezogen werden.

 

 

 

Quelle: gevestor

 

 

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Quelle: siehe Quellennachweis 17-93